Beruf und Ehrenamt – wie lässt sich das vereinbaren?

Was Lena (25) als aktive Bergretterin bei der Bergwacht Pfronten dazu sagt.

Neben einer klassischen Büroausbildung in der St. Vinzenz Klinik absolvierte ich parallel dazu eine Ausbildung zur aktiven Einsatzkraft in der Bergwacht Pfronten. Konkret hieß dies, dass alle Freizeit in das Ehrenamt investiert wurde. Die Berufsausbildung konnte ich  in 2,5 Jahren absolvieren, die Ausbildung zur Bergretterin zog sich auf insgesamt 4 Jahre, da eine Verletzung mich einige Zeit zu einer Pause zwang.

Die Ausbildung zur aktiven „Bergwächtlerin“ ist sehr umfangreich und zu Beginn lief auch alles reibungslos. Die ersten Prüfungen im Klettern, Skifahren, Naturschutz, Luftrettung, Notfallmedizin, und Sommerrettung konnte ich problemlos meistern. Bei einer Nacheinsatzübung am Nebelhorn, im Rahmen eines Winterrettungslehrganges, verletzte ich mich dann schwer am Knie. Damit fiel ich einen Tag vor der Bergwacht-Prüfung komplett aus und musste dann als Patient mit dem Akja vom Berg transportiert werden.

Für mich begann damit ein harter Weg zurück, der 2 Operationen und viel Training beinhaltete. Ein Jahr später konnte ich aber dann meine Winterprüfung erfolgreich nachholen.

Mittlerweile bin ich Einsatzleiterin bei der Bergwacht in Pfronten. Ein Ehrenamt, das sehr verantwortungsvoll ist und viel Zeit in Anspruch nimmt. Aber ich tu es gerne. Das tolle ist, dass ich mit den Pateinten auch noch im Krankenhaus Kontakt habe und zum Teil mitbekomme, wie es ihnen nach der Rettung durch uns weiter ergangen ist. Ein krönender Abschluss ist dann natürlich die Entlassung des Patienten aus dem Krankenhaus.

Natürlich ist es einem schon bewusst, dass man mit der Ausübung eines Ehrenamtes einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leistet. Durch die Verbindung von Ehrenamt und Beruf, kann ich noch mehr Anteil nehmen, als es mir während der Rettungsphase möglich wäre. Das finde ich schön. Der größte Lohn für all die Mühen sind die dankenden Worte und das Lächeln des Patienten, wenn er zufrieden das Krankenhaus verlässt, nachdem ich ihn vom Berg gerettet habe.